Nun. Ich hab mir das Ding am Freitag auf dem Contest dann mal gekauft (4€, wovon 2€ an Rocker mit Herz gingen). Wird definitiv jedes Jahr hübscher die Scheibe. Diesmal wieder zwei CDs und schönes Booklet. Für 4€ ziemlich viel Material in der Hand. Ich bin ja nun keine Koryphäe der Kategorie metal.de oder sonst ein prestigeschwangeres Magazin, sondern nur ein kleiner Emporkömmling, der zu allem ne Meinung hat – aber die lass ich mir nicht nehmen und deswegen gibts nun auch von mir ein:
Der Sampler kommt dieses Jahr mit 23 Songs daher, die ich mir jetzt, mal mehr, mal weniger ausführlich vorknöpfen werde.
CD #1
1. Slaves under machine Gods [Molten Human Skull]
Schönes Brett. Brauch man nicht viel zu sagen, geht rein, setzt sich fest und bleibt im Ohr.
2. North From Here [Demonic Token]
Dadrüber haben wir ja in letzter Zeit genug gelesen ;) Hier und hier. Gefällt einfach.
3. Endless Void [Wolf im Manne]
Gabs ebenfalls hier schon was. Ist ein cooler Song, die Gesangsspur stammt aber scheinbar noch vom alten Sänger. Kommt live sehr viel besser als auf der Scheibe.
4. John Dee [Her Dying Light]
Was den Mann von metal.de an 69 Eyes erinnert, bringt mir direkt nen Gedanken an Sentenced in die Hirnlappen. Natürlich nicht 1:1 anwendbar, aber der Gesangsstil von John Dee erinnert stellenweise stark an Ville Laihiala. Auch Edge of Sanity schossen mir da kurz durch den Kopf, allerdings nur mit einem Song (“Sacrificed”). Auf jeden Fall nen schönes Lied.
5. Gravety [Keeper of Souls]
Da war ich erstmals ein bisschen verwundert. Ist meine persönlich erste Berührung mit Gravety, allerdings lese ich immer mal wieder in einschlägigen saarländischen Communities, dass Gravety so arg toll seien. Entweder ist es trotz oder gerade wegen der einfach gehaltenen Rhythmusparts und dem doch stark an die 90er Jahre erinnernden Sound. Haut mich nicht aus den Schuhen, aber nichts desto trotz, der Refrain hat was. Ist halt Geschmackssache und gewiss bin ich da übermäßig angefixt von den Lobhymnen, die man auf sie singt. Kann ich schlichtweg nicht teilen, ist vielleicht aber auch eine Frage des Alters.
6. Profanus Nathrakh [Nefaria Inhumanitas]
Black Metal ist jetzt eigentlich nicht so mein Ding, was hauptsächlich an der Idee liegt, die viele Schwarzmetaller repräsentieren. Musikalisch kommt mir das oft zu langweilig rüber. Profanus Nathrakh jedoch geht mir gut rein, vor allem, wenn man das Gesamtpaket betrachtet. Ein Ein-Mann-Projekt zwar, und doch qualitativ hochwertiges Material, eine fette Myspace-Seite und ein 10-Track-Album im Digipack. Daumen hoch.
7. Half Past Dead [Insane Clown Posse]
Verhältnismäßig kurzer Song, wenn man die Durchschnittslänge auf dem Sampler betrachtet, aber geil. Knüppeldicker Hardcore aus Saarbrücken, guter Sound, passt.
8. Masquerade [Demon's Dance]
Auch vor kurzem hier angerissen. Deftiger Rock aus Dingbert – Gesang mit Wiedererkennungswert. Erinnert mich immer ein bisschen an Südstaaten-Garagen-Rock. Weiß auch nicht recht warum.
9. Invokation [Compulsive Behaviour]
Invokation mit ihrem direkten Death Metal gehen auch direkt ins Ohr. Mit 6:48 Minuten der zweitlängste Song des Samplers, geht “Compulsive Behaviour” von Anfang bis Ende erbarmungslos ab. Ist aber auch das erste Lied bisher, bei dem ich mir nen besseren Sound wünschen würde. Da geht denke ich viel vom Charme des Songs verloren. Da bleibt die Hoffnung auf den nächsten Live-Gig und eine hoffentlich bald kommende neue CD ;)
10. Heralder [Edge of Life]
Nachdem ich “Edge of Life” keinem der Heralder-Releases zuordnen konnte, nehme ich einfach mal an, dass es ein neuer Song ist, der für den Sampler oder für eine neue CD geschrieben wurde. Ist eindeutig nen Heralder-Song, soviel ist klar. Für mich nur etwas verwunderlich ist die verhältnismäßig magere Soundqualität, wenn man bedenkt, dass Heralder da schon anderes lieferten. Der Song selbst geht gut rein. Freue mich schon, den mal live zu hören. Für die Akten: Aufgenommen in alter oder neuer Besetzung? Klingt mir nach 2. Sängerin.
11. Jokers Drive [Kindchen, Kindchen]
Joker’s Driver haben mich definitiv überrascht. Im letzten Jahr mit “Asyl” irgendwie so gar nicht überzeugend, geht mir “Kindchen, Kindchen” richtig gut ab. Auch dieses Jahr ist soundtechnisch noch was rauszuholen (Gitarre und Bass ein wenig aufeinander abstimmen), aber der Song selbst ist hitverdächtig. Ist natürlich etwas gewöhnungsbedürftig, der bodenständige Rock im Zusammenspiel mit den doch recht mittelalterlich gehaltenen Lyrics, aber auf kurz oder lang hat das denke ich Erfolg. Weiter so.
12. Maloik [Otherworld]
Wurde auch hier und hier schon ausführlich drüber geschrieben. Geht mir live deutlich besser ins Ohr, ändert aber nichts an der Qualität des Songs. Out of the dirt he rises…
CD #2
1. Celesta [Leave]
Celesta wollte ich eigentlich am Freitag im Flexibel sehen. Nachdem der Bandcontest auf den gleichen Tag fiel, war der Samstag darauf im Fokus, was aber aus verschiedenen Gründen auch nicht klapperte. Wenn ich mir das so anhöre kann ich nur sagen: Schade. Da ist mir definitiv was entgangen. Werde ich aber alsbald nachholen. Der Song mutet zu Anfang ein bisschen wie Sirenia an, hat nen leichten Gothictouch. Die starke Stimme der Frontfrau gibt dem ganzen aber erst die rockige Note, die eine Zuordnung in die Metalkategorie rechtfertigt. Macht auf jeden Fall Spaß der Song.
2. ICON [Lies]
Ha. Erster Gedanke: “Kyrptonite”. Die Akustikgitarre mutet an wie der Song von 3 Doors Down. Aber auch nur bis zum Taktende, da wirds etwas düsterer. ICON gewinnt definitiv den Preis für den besten Sound des Samplers. Schönes Todesbleigewitter, auch von der Komposition her einer meiner Favoriten auf der Scheibe.
3. Banished Force [Alienation]
Kommt direkt schon sehr trashig rein und bleibt auch so. Geht mir wie bei vielen Thrashsongs, da kann ich mit dem Gesang einfach nichts anfangen. Fällt mir sehr schwer, dem da zu folgen. Nichts desto Trotz nen starkes Stück.
4. Winter [White Darkness]
Der Anfang ist direkt schonmal sehr geil. Generell ein recht atmosphörisches Black Metal Lied, allerdings nicht so ganz die Sparte, die ich persönlich gerne höre, da zuviel Redundanz und Langatmigkeit. Bei Winter sind ja auch einige Jungs von North From Here, unter anderem der Sänger. Bemerkenswerte Stimmvielfalt, die er da an den Tag legt.
5. Resistance of Yield [Bloodrevenge]
Auch wieder so ein Beispiel dafür, dass solch ein Sampler oft nicht ausreicht, um die Qualität einer Band widerzuspiegeln. ROY durfte ich zuletzt im Mai auf dem Battle of Metal bestaunen und muss sagen, die kommen live zigfach geiler als auf Platte. Kann man ja keinem zur Last werfen, will aber mal erwähnt sein. Der Song kommt knüppeldick rüber und bohrt sich in die Hirnwindungen. Geil.
6. Uriels Wings [Sleeper]
Find ich ja auch nur geil. Wenn ich das richtig höre, übernimmt die Frau mit der markanten Stimme auch die deftigeren Vocalparts in dem Song. Daumen Hoch. Die Musik selbst weiß ich gerade nicht so recht einzuordnen, aber auf lange Sicht dürfen wir sicher noch mehr von Uriels Wings erwarten.
7. Ancient Gods [Burning Lies]
Die Ancient Gods hab ich zuletzt letztes Jahr in Losheim gesehen und muss zugeben, dass ich damals nicht viel damit anfangen konnte. Mit “Burning Lies” sieht das schon anders aus. Der Song fetzt und hat Hitqualität. Kann mich nicht erinnern, letztes Mal soviel an der Stimme des Sängers gefunden zu haben – da hat sich wohl ein bisschen was getan. Klingt auf jeden Fall super und der Song geht ins Ohr.
8. Autumnight [404 NOT FOUND]
Autumnight ist ja eigentlich nicht gerade das Standardklientel eines Metalsamplers, haben sich aber ihren Platz auf der Scheibe redlich verdient (wenn’s da was zu verdienen gab…). “404 Not Found” hat Ohrwurmcharakter und geht mir seit Tagen nicht ausm Kopf. Ist vielleicht etwas progressiver als es die Mehrheit der Samplerhörer gewohnt sein durfte, aber dennoch ein gut durchdachter und spielerisch anspruchsvoller Song. Besonders das gedoppelte Solo von Gitarre und Keys hats mir angetan – zumal es live auch absolut genial kommt. Ganz, ganz großes Kino hier von Autumnight.
9. Une [Obey]
“Obey” ist mein heimlicher Favorit auf der Platte. Nicht nur, dass die Dame stimmlich einfach nur unter die Haut geht, die schnelle Strophe und der hintergründige Text machen den Song für mich zu nem Highlight. Würde ich unglaublich gerne mal live sehen.
10. Societas Noctis [In dunklen Traumes Nebelschwaden]
Auch ein gutes Stück. Ein bisschen black, ein bisschen Death, ein bisschen irgendwas und definitiv ein bisschen Eisregen machen “In dunklen Traumes Nebelschwaden” aus. An den Stellen im Lied, an denen der Sänger ausnahmsweise mal seine natürliche Stimme einsetzt, musste ich direkt an (die alten) Letzte Instanz denken mit Liedern wie “Gewissen” und “Pennywise”. Gefällt mir sehr gut. Auch was fürs Liveprogramm.
11. Arctic Winter [Avalanche]
Der letzte Song des Samplers ist für mich ein bisschen schwer zu packen, ist das doch so gar nicht meine Richtung. Der Song fängt schleppend und verregnet mit einem Akustikgitarren-Intro und seichtem Gesang an, knallt aber nach gut zweieinhalb Minuten in heavy-metal-Manier rein. Ich bin kein Kenner von Bands wie Iron Maiden und dergleichen, aber das war das erste, woran ich bei “Avalanche” denken musste. Steinigt mich dafür. Ist schön anzuhören, allerdings, wie gesagt, so gar nicht meine Richtung.
Fazit
Der Sampler ist mal wieder ein ganz großes Stück saarlandischen Kulturgutes geworden. Jahr für Jahr bringen die Microphonics unermüdlich den Sampler raus und Jahr für Jahr wird er besser. Dieses Jahr im 2-CD-Pack mit 23 Songs ist das schon seine 4 Euro wert, wobei ich auch 10 bezahlt hätte. Qualitativ hat sich viel getan seit den Anfängen – Aufnahmen in Proberaumqualität gabs diesmal gar keine und solche, die ich als wirklich mies empfunden hätte eigentlich auch nicht. In diesem Sinne ein großes Lob an alle Teilnehmer und meinen Dank an die Initiatoren, die das alles hoffentlich noch lange weiterführen – oder zumindest für Nachfolger sorgen ;)
Also, liebe Metalheads aus der Region, kauft euch doch einfach die Scheibe, bei vielen “Anbietern” tut ihr damit zusätzlich noch was für “Rocker mit Herz” und somit für Kinder in Not. Und natürlich für die Band, die die Scheibe verkauft.
Für die nächsten Jahre könnte ich mir vorstellen, um den Sampler herum auch konzerttechnisch was aufzubauen. Sei es ein Leser-/Online-Voting, das 5 oder 10 Bands vom Sampler feststellt, die dann live spielen dürfen oder gar ein Saarland Underground Festival? Immerhin wachsen unsere regionalen Festivals jährlich über das Regionale hinaus und machen kaum noch Platz für die Bands aus der Region – was man ihnen nicht verübeln kann. Man wird sehen. Ich freue mich jedenfalls aufs nächste Jahr und den nächsten Sampler, der hoffentlich bei größeren Magazinen mal mehr positive Kritik einfährt ;)
Cheers
Teile und herrsche
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Comments
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Hehe, ein Saarland Underground Festival? Sowas in der Art gibbet doch schon, wenns auch diesmal in trier ist. Aber an sich hatte ich die Idee auch schon und ich arbeit ja eh mit Microphonics zusammen, also schaun mer mal. Vllt. ne Saarland Underground Stage beim nächsten Feuerfänger ^^
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LikeNaja es geht ja schon drum, dass da dann Bands spielen, die auch aufm Sampler waren. Ausschließlich ;) Und ne SUMS Bühne wäre doch mal ein Anfang.
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