State of the Art, Bitter Atonement, Maloik

17. Juli 2010 | Saturday Night Summer-Rockparty » Devils Place Eventhouse
Bands: State of the Art, Bitter Atonement & Maloik
Eintritt: 6€
 

Leider kamen wir erst gegen 23 Uhr im Devils Place an, womit uns State of the Art komplett entging. Daher werden hier erstmal nur Bitter Atonement und Maloik gereviewt. Hoffentlich bekomme ich noch Gelegenheit, State of the Art mal zu sehen.

Bitter Atonement

Bitter Atonement haben wir leider nicht ganz von Anfang gesehen, wir kamen glaube ich mitten im zweiten Song. Erster Eindruck war: “Wow. Devils Place, 7 Leute auf der Bühne. Platzproblem!” Wir kannten das ja von Inner Riot – wir sind auch zu siebt und mussten ein wenig kämpfen um da unterzukommen. Mit den drei Vokalisten vor der Bühne wurde das aber ziemlich gut gelöst. Der Raum war ziemlich voll, die Stimmung war gut.

Nächster Überraschungsmoment: 2 von den Vokalisten waren Frauen. Eine davon sang jedoch nicht. Mit ziemlich mächtigen Growls untermalte eine der Sängeringen den starken Cleangesang der anderen, oder auch mal die Screams des Sängers. Nochmal “Wow”. Hat mich eiskalt erwischt, aber voll überzeugt. Man zieht direkt Parallelen zu Arch Enemy’s Angela Gossow – auch wegen der äußerlichen Ähnlichkeit der beiden Frauen. Vor allem aber wegen der Stimmgewalt. Knüppeldick auf die Fresse.

Der klare Gesang erinnerte ziemlich stark an Doro Pesch: Kraftvoll, mit gut Schmackes auf den Stimmbändern und doch sehr klar und auch sicher bei langen und hellen Tönen. Mit den Growls der anderen Lady eine gewaltige Mischung, bei der einem auch wieder Assoziationen zu Bands wie Haggard, Sirenia und Theatre of Tragedy ins Hirn schießen.

Der einzige Mann am Mikro hat mit langen, gemeinen Screams und tiefen Growls auch absolut überzeugt. Für mich ne absolute Topstimme mit viel Potential.

Musikalisch fahren Bitter Atonement, wie sie selbst sagen, in progressiven Melodic Death Metal Gewässern. Epische Samples gepaart mit schnellen Licks und harten Riffs, die zum Moschen einladen, tun ihr Übriges, um das Gesangstrio in Szene zu setzen. Man hat den Eindruck, sich in einer spannenden Geschichte zu befinden, die die 7 Jungs und Mädels vortragen.

Das scheinbar erste Konzert der Band war für mich eindeutig das Highlight des Abends, da ich damit einfach nicht gerechnet hätte. Ich hab mich im Vorfeld nicht über die Bands des Abends informiert und kam eigentlich nur, um Maloik zu sehen. Bitter Atonement haben ihr Bühnendebut jedenfalls mit wehenden Fahnen gemeistert und eine sympathische Atmosphäre geschaffen, die zum Mitmachen und Bangen einlud. Der einzige Wehrmutstropfen an dem Abend war allerdings, dass es noch keine CD zu kaufen gab. Bitte schnell nachholen, wir warten schon ;)

Maloik

Maloik war der Beweggrund für mich, gestern das Devils Place aufzusuchen. Jens, der Sänger, ist der Gesangslehrer meine Frau und wir wollten einfach mal sehen, was hinter Maloik steckt. Für mich ist die Band ein Beweis dafür, dass Aufnahmen auf Myspace oder CD keine Aussage über die Qualität einer Band machen. Für gewöhnlich bin ich kein Anhänger des old-school Heavy Metal, lasse mich aber gerne überzeugen. Die Songs auf Myspace habens nicht wirklich rumgerissen, aber nicht wegen der Songs an sich, sondern weil einfach Schmackes fehlt. Live zeichnet sich da ein ganz anderes Bild ab. Die vier Jungs mit dem wahrscheinlich jüngsten Schlagzeuger “ever” (15 Jahre alt, habe ich mir sagen lassen) hatten nen Hammersound. Das Umbauen hat gefühlte 5 Minuten gedauert, was für mich ein großer Pluspunkt ist – Maloik kamen direkt zur Sache, was für den Zuschauer einfach angenehm ist.

Man hat ihnen angemerkt, dass sie das nicht zum ersten Mal machen und auch Bock haben. Es war ja schon fast 00 Uhr, die Zuschauermenge hatte sich nach Bitter Atonement etwas gelichtet, aber Maloik haben dennoch Gas gegeben. Was ihnen sehr zum Vorteil gereichte, denn die groovenden Songs haben nach und nach immer mehr Leute in den Raum getrieben und zum Headbangen veranlasst. Auch hier wurde mit Samples gearbeitet – diesmal auch mit Gesangssamples, die Sänger Jens unterstützten oder untermalten. Was mir im Gedächtnis blieb, waren der Song “Holy Law” (bitte korrigiert mich, wenn er anders heißt :) ) und “Otherworld”, die beide direkt zum Mitsingen einluden und ein Klangfeuerwerk vom Feinsten losließen.

Allen Vieren hat man angemerkt, dass sie ihre Instrumente blind beherrschen. Ganz besonders muss man einfach den Schlagzeuger herausheben. Man kann sagen was man will, aber für 15 Jahre, wenn er denn wirklich so alt ist, war das eine meisterhafte Leistung. Da hat man sich direkt wohlgefühlt. Gut durchdachte Songs mit typischen Heavy Metal Riffs und schnellen Solos, untermalt von starkem Gesang und mächtigen Samples. Was den Gesang angeht, ist zu erwähnen, dass der Sänger immer mal wieder in lange, sehr helle Tonlagen umgeschlagen ist, gefolgt von Growls und Screams und dann direkt wieder in die für die Songs normalen Tonlagen zurück. Absolut mächtige Performance.

Ich hoffe indes, dass dem Bassisten inzwischen weder Schweiß noch Kalk die Sicht behindern und dass mir in nächster Zeit mal das ganze Album von Maloik vorliegt. Beim nächsten Konzert am kommenden Freitag bin ich wohl wieder dabei, diesmal vielleicht mit mehr Akku für die Cam :) Lohnt sich auf jeden Fall.

Wie eingangs erwähnt spiegeln aufgenommene Songs oft nicht wieder, was eine Band wirklich kann. Das soll jetzt nicht negativ aufgefasst werden, denn Maloik haben live mehr als überzeugt und auch mir, als jemand der eigentlich eher auf härtere Sachen steht, sehr viel Spaß gemacht. Und meiner bescheidenen Meinung nach zählt es weit mehr, live zu überzeugen und selbst Spaß zu haben, als ebendies nur auf Platte zu tun. So geschehen Anno Domini 2010, am gestrigen Samstag dem 17. Juli.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Geil Geil Geil….freut mich das es Dir gefallen hat…..wusste ja gar nicht das Du so ein guter Schreiberling bist…….Respekt……dann würd ich mal sagen bis Freitag…..Chris

  2. Hi,

    freut uns, dass es Dir gefallen hat und dass Du am Freitag 23.07. ab 19:00 Uhr wieder am Start bist. Kann sein, dass maloik schon um 19:00 Uhr spielen muss, da es sich um einen Contest handelt und die Spielreihenfolge ausgelost wird.

    Ich kann Dir auch bestätigen, dass der Drummer erst 15 (noch) Jahre ist. In 2 Wochen wird er 16 und spielt dann schon 9 Jahre Schlagzeug. Unter anderem war er 1,5 Jahre bei der Coverband Badname aus Rheinland Pfalz als fester Schlagzeuger (Band hat sich 2008 aufgelöst) und half schon bei Godslave für 4 Gigs aus.

    See You

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