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Sunset Festival, Tag 2

Samstag Abend hat’s uns aufs Sunset Festival in Ihn verschlagen. Primär, weil wir His Statue Falls mal sehen wollten, nachdem uns vorige Woche Shake the Pagoda Tree angefixt hatte. Wir kamen gerade mitten im Gig von Kings of Iron Fists, daher weiß ich über die leider nicht viel zu sagen. Beginnen wir also mit…

Uncommon Men From Mars…

…kommen eigentlich aus Frankreich und sind gar nicht grün – eher blau. Die vier Franzosen machten wohl punkähnliche Musik, die mit jeder Note an “American Pie” und amerikanische Highschools erinnerte. Bands wie Blink 182 und Sum 41 schossen einem direkt ins Gedächtnis. Ich mag solche Musik, mal zwischendurch, aber generellen musikalischen Anspruch hat sie für mich nicht (für mich!). Umso geiler fand ich allerdings das Auftreten der Jungs. Schlagzeuger und Rhythmusgitarrist waren Zwillinge und bis ins letzte Haar gleich, sogar gleich gekleidet. Und beide total durchgedreht. Der Gitarrist machte die ganze Zeit Fratzen und sprang rum wie von der Tarantel gestochen. Richtig geil.

Der Sänger und Leadgitarrist legte ähnlich viel Bewegungsmoment an den Tag, gepaart mit (meiner Meinung nach) gespieltem Vollrausch und dezenter Desorientierung. Gesungen haben letzten Endes alle irgendwie und irgendwann mal – bis auf den Schlagzeuger hatten auch alle Sologesangsparts. Im Grunde eine gut inszenierte Show mit viel Action und Bewegung, die für mich das mit der Musik völlig aufgewiegt hat. Ist einfach nichts für mich – zu fröhlich, zu spartanische Melodien, zu punkig. Aber trotzdem ein geiler Auftritt – insbesondere, als nachher die drei Gitarristen die Bühne verließen, um direkt vor dem Publikum den letzten Song zu zelebrieren. Dem Sänger von Samarah, der in der ersten Reihe stand, wurde dann noch die Ehre zuteil, den Song gitarrentechnisch ausklingen zu lassen. Will sagen: Der Sänger überreichte ihm sein Instrument. Coole Geste, coole Jungs. Hat Spaß gemacht.

Bastard…

…sind ja bei uns keine Unbekannten, wenngleich ihnen meiner Meinung nach mehr Aufmerksamkeit zukommen sollte. Alex, Seve und mir sind Bastard noch recht gut in Erinnerung geblieben, hatten wir doch auf einer Emmes vor gefühlten 20 Jahren den Spaß unseres jugendlichen Lebens auf der Rockbühne. Bastard spielte auf (an die anderen Bands erinnere ich mich leider nicht mehr), wir waren todestrunken – und es war geil. Meine Lieblingsimpression dieses Abends ist Alex, damals noch mit langen Haaren, wie er sturzbesoffen auf der Bühne liegt (die Bühne war ein Steinpodest mit 2 Stufen davor, maximal 30cm hoch) und mit letzter Kraft der Kopf zur Musik schüttelt. Ich glaube, wir haben viel geschrien und durften zu “Boys are Back in Town” auch alle mal ans Mikro. Ein dekadenter Abend.

Hi Leute,
das war gestern ein genialer Abend in SLS. Das war Schnitzel mit Pommes und Salat. Nochmal vielen Dank an alle dir dort waren und für die phantastische Stimmung gesorgt haben. Eigentlich hätten wir noch ewig weiterspielen können, da hat wirklich alles gepasst. (Außer daß der Urpils am Ende ausging). Leider habe wir selbst keine Fotos gemacht. Wenn also jemand Bilder vom Gig hat, kann er uns die bitte per Email schicken (becker@bastard-rules.de). Wir stellen sie dann in unsere Galerie. Wenn Ihr unseren Newsletter bestellen wollt, einfach eine mail an dieselbe Adresse schicken. Neue Termine gibt’s demnächst auch noch.
Stay tuned Bastard

Am Samstag war unser Pegel nicht hoch genug, um ähnlich peinliche Leistungen zu vollbringen, aber Bastard haben wir dennoch genossen – diesmal etwas differenzierter und mit mehr Augenmerk auf Musik und Musiker.

Der kernige Rock von Bastard war arger Kontrast zur Vorband, nicht nur musikalisch, sondern auch was die Bühnenshow betrifft. Bastard waren deutlich gelassener, ständig qualmte irgendwo eine Zigarette. Das Image der vier Jungs passte zur Musik die sie machen. Der Gitarrist erinnerte an einen Slash ohne Hut (zumindest was Frisur und Zigarette betraf), der noch recht jung anmutende Schlagzeuger mit seinem Kopftuch sah Axel Rose nicht unähnlich. Alles in allem vier echte Rocker – die echten Rock mitbrachten. “Come home to Austin” ist leider der einzige Song, den ich namentlich nennen kann – nicht zuletzt, weil er seit der Emmas vor vier Jahren immer mal wieder Einzug auf selbstgebrannten CDs für’s Auto hält. Einfach ein schöner Titel, der an diesem Abend wieder mal gut rüberkam. So wie eigentlich der gesamte Auftritt von Bastard. Man ist gespannt auf mehr.

His Statue Falls…

…waren ja, wie eingangs gesagt, der Grund für uns, das Sunset Festival zu besuchen. Ich persönlich kenne HSF schon ein bisschen länger, wenngleich es nie für ein Konzert oder ne CD gereicht hat. Ausschlaggebender Punkt für unser Erscheinen am Samstag war das Konzert von Shake the Pagoda Tree in der Vorwoche im Flexibel, das auch Sänger und Schlagzeuger von HSF besuchten. Nachdem wir uns die Zeit mit einem erquickenden Gespräch mit Sven von Samarah vertrieben hatten, war es also an der Zeit, den Mythos “Techcore” mal näher kennen zu lernen.

Los ging es mit dem uns schon bekannten Intro – ziemlich viel Super Mario gepaart mit schweren, abgestoppten Riffs. Kommt schonmal geil. Hatte ich auch nicht anders erwartet. Der Sound war gut, was daran liegen mag, dass wir (und ich ganz besonders) etwa 50cm von der linken Box entfernt standen, zeitweise vorne an die Bühne gelehnt. Man will seinen Helden ja nah sein ;) Erster Eindruck ist auf jeden Fall der, dass die Jungs ziemlich viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Rein äußerlich hatten alle bis auf einen Gitarristen gepflegte Vollbärte. Letzterer konnte nur einen Drei-Tage-Bart vorweisen. Nunja, das lassen wir durchgehen. Knatschenge Hosen und unifarbende Shirts tun ihr übriges, um das Bild zu vervollständigen. Sieht man eh selten – ne Band ohne Bandshirts. Aber gut, der Eindruck war kein schlechter, ich finde den homogenen Look interessant und auch irgendwie cool, spiegelt es doch wider, dass die Jungs auch neben der Musik noch was miteinander zu bereden haben.

Der Technopegel bleibt konstant hoch. Damit hatte ich nicht ganz gerechnet. Manchmal dachte ich an die 90er und an Blümchen (HSF scheinbar auch – “Jasmin W. knows how to mosh”), dann wieder an “Blood Stain Child”. Ich muss sagen, es ist gewöhnungsbedürftig, aber es macht Spaß. Was, wie ich finde, ein bisschen öde war, war dass HSF ein komplettes Lied ohne Instrumente laufen ließen. Einfach nur Utz Utz und Dingel Dingel. Wer gerne tanzt hatte sicher Spaß, ich fands nicht soooo derb. Aber ich tanze auch nicht gerne ;)

Wirklich im Gedächtnis geblieben ist mir leider kein Song bis auf den letzten. Und das auch nur, weil wir da allesamt auf die Bühne gebeten wurden – und das Angebot auch wahrnahmen. So standen wir also da, mit His Statue Falls auf der Bühne und moshten, so wie einst Jasmin W. Ab und zu musste ich einfach mal dem Herrn Schlagwerker auf die Crash prügeln, wenn mein Schwindel gerade zu groß war um weiter zu bangen.

Einziger großer Wehrmutstropfen war, dass das Konzert nur knapp 35 Minuten dauerte. Das mag Gründe haben, die mir aber scheinbar entgangen sind.

Fakt ist, es ist keine Mucke für jedermann. Viele Metalheads dürften sich damit schwertun. Ich fands und finds in der Summe eigentlich ziemlich geil, lädt es doch zum Mitmachen und Abfeiern ein. Die Jungs hatten viel Spaß auf der Bühne und haben sich mit ihren Fans bewegt, das gibt auf jeden Fall immer Punkte. Ebenso sehr geil finde ich die klaren Gesangseinlagen eines der Gitarristen. Geile Stimme. Musste mich da nur fragen, wieso der eigentliche Sänger an den Stellen immer an seinem Mikrofon vorbeisang ;) Nicht getroffen?

His Statue Falls werde ich mir wohl wieder ankucken, ggf. schon am Freitag im JUZ Neunkirchen. Macht einfach Spaß, da zuzuschauen.

Hach, ja…

Die drei Bands, die wir an diesem Abend gesehen haben, beschreiben den Charakter des Festivals recht gut – ziemlich progressiv und crossover. Punk, Rock, Techcore, da war für viele was dabei aber ich glaube nur die wenigsten konnten mit allem etwas anfangen. Wobei ich da keine Aussagen treffen sollte, immerhin entgingen mir 1,5 Tage des Festivals. Finde die Idee aber gut und den Veranstaltern sei hiermit von mir gedankt. Es war ein gut organisierter, friedlicher Abend (naja, die Klos hatten irgendwann kein Wasser mehr ;)) mit guter Musik und coolen Leuten – und das ganz umsonst. Ich hoffe, da finden sich auch in den Folgejahren noch viele Sponsoren und noch mehr Zuschauer, damit das Sunset Festival noch öfter stattfindet. Man sieht sich da ;)

Cheers

 

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Comments

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naja die 35 minuten spielzeit bei hsf sind ganz einfach begründet: es gibt halt momentan nicht mehr material als die 35 minuten. der rest der songs ist alt und "pre-techno-phasig".. also als die band noch mit alter besetzung und reinem screamo/post-hardcore unterwegs waren und wird halt deshalb nicht gespielt.

Na da hofft man doch drauf, dass bald neue Songs an den Start gehen ;)

Weiter, weiter...