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Her Prayers Fail – Promo 2010

Die Jungs von Her Prayers Fail schickten mir vor kurzem ihre neue EP – schlicht PROMO betitelt. Die habe ich mir angehört und werd mich dann mal drüber auslassen ;)

  • 01 No Need to be Gentle
  • 02 You can’t hold me
  • 03 Burning Rage
  • 04 Walking Dead

Her Prayers Fail bezeichnen ihre Art der Musik schlicht als Metal. Diese Mischung aus New Metal / Modern Metal und Rock ist mir bis dato so noch nicht begegnet. Allerdings muss ich immer wieder an 3 Doors Down denken, was das Musikalische angeht – und an Hardcut, bzw. Patrick Naumann im Speziellen, was den Gesang angeht. Die zwischenzeitlich eingeschobenen Growls, bzw. Shouts hätte ich persönlich gänzlich weggelassen, die Musik käme ohne deutlich erwachsener und homogener rüber. Ich finde das passt einfach nicht zum eher rockigen Ton der Gitarren.

Der erste Song mit deutlich erhöhtem Tempo ist gleichzeitig auch der letzte auf der EP: WALKING DEAD geht deutlich mehr ab als seine 3 Vorgänger und hat auch deutlich mehr richtige Metal-Elemente vorzuweisen. Auch hier finde ich, der Song wäre besser ohne die Shouts ausgekommen, denn gerade hier kommt der Cleangesang besonders gut rüber. Da funkt das Gebratze einfach zu sehr dazwischen und klingt, als wollte man einen Song härter machen als er ist.

YOU CAN’T HOLD ME kommt prinzipiell auch ein bisschen deftiger daher, büßt aber viel Schmackes bei der recht seichten (wenngleich gut klingenden) Strophe ein. Auch im Refrain, der mitunter der beste des ganzen EP ist, gehts eher rockig als metallisch zu. Im Gesamtbild wäre der Song eindeutig was fürs Radio oder nen Musiksender – gefällt mir jedenfalls sehr gut.

BURNING RAGE hat für meinen Geschmack im Vergleich zum recht düsteren Anfang einen viel zu “fröhlichen” Refrain. Beißt sich irgendwie, zumal der erste Teil des Refrains, der auch die titelgebenden Lyrics enthält, deutlich zuviel Schmalz enthält. Zweite Hälfte ist deutlich stimmiger und mitreißender. Das letzte Drittel beginnt mit einem groovigen Rhythmuspart gefolgt von einem Solo. Die Stelle und alles Folgende ist für mich ebenfalls ein Will-und-kann-nicht-Ding. Es werden negative Emotionen, bzw. Wut (Can you feel this? Can you hear this? My burning Rage!) vermittelt, die der Rest des Songs einfach nicht mittragen kann. Zum Ende hin folgt übergangslos der Refrain noch einmal in schneller – sehr verwirrend im ersten Moment und auch nicht unbedingt nen Mehrwert.

NO NEED TO BE GENTLE ist da schon homogener anzuhören. Der Song stimmt von Anfang an und geht gut ins Ohr. Auch hier ein schönes Solo drin und schöne Harmonien, die einen nicht wenig knallenden Bridgepart einleiten, der sich über schwere Rhythmen und den Hauptlick aus dem Refrain finanziert. Cool gemacht, klingt super.

Also alles in allem ist die Scheibe ein Mehrwert für meine und eure Musiksammlung. Wer hier allerdings ein Metalcore-Brett erwartet hat (ich zumindest hab das – Look&Feel der Band und das Logo haben mich dazu verleitet :)) oder ähnlich knüppelndes, der wird wohl enttäuscht. Ich denke mal, mit besseren Aufnahmen, bzw. besserem Mischen und Mastering wäre noch viel rauszuholen gewesen, aber das sind Dinge die man in Zukunft sicher noch angehen wird und die man keiner jungen Band bei Veröffentlichung ihrer ersten Scheibe vorwerfen kann. Her Prayers Fail dürften sich mit ihrer Musik durchaus etablieren und viele Leute erreichen. Wie ja bereits erwähnt würde ich die Shouts auf ein Minimum reduzieren oder rauslassen, das gäbe den Songs nochmal nen Schub Authentizität. Ich persönlich werde mich nächsten Monat auch live von den Jungs beschallen lassen und abchecken, wie die Songs dann rüberkommen. Her Prayers Fail – PROMO 2010 – sollte man mal gehört haben.

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