iamhavoc.de
 

I heard the Silence live @ Devils Place Saarbrücken

Am Samstag wars mal wieder soweit. Nach entbehrungsreichen Monaten konnten wir uns endlich mal wieder I heard the Silence reinziehen. Das letzte Mal hatten wir das Glück ja im Juli zusammen mit A diary Entry, Shake the Pagoda Tree und Back from Silence (die übrigens nach wie vor einen Shouter suchen). Umso geiler war es, dass am Samstag auch Bläckout und Chaos Leaving Storm aufspielten, zwei Bands die ich auch schon lange mal sehen wollte.

Wir fanden uns also gegen 18:30 im Devils Place ein, luden einen Teil unserer Spenden für die Weihnachts-Tombola ab und ließen uns erstmal ein kühles Blondes von Bruch kredenzen. IHTS spielten erst gegen 21 Uhr und so hatten wir ausreichend Zeit, uns zu unterhalten, das Eintreffen von Manuel, Nicole und Steini abzuwarten und uns warmzutrinken.

I heard the Silence

Nach dem wie üblich recht ausgiebigen und von Zuschauerunterstützung begleiteten Soundcheck und einer halben Stunde Wartezeit legten I heard the Silence dann endlich los. Während der Sound mir beim Linecheck noch recht vocal-lastig vorkam, war es während des Auftritts ne gesunde Mischung und recht angenehm fürs Ohr. Der Powermischer hat zwar mit wehenden Fahnen geclipt, aber abgeraucht is trotzdem nix und damit begnügen wir uns dann mal.

Mit etwas über 20 Minuten Spielzeit lieferten IHTS ein verhältnismäßig kurzes Set, was wir so schade fanden, dass ONCE nochmal als Bukkake gespielt werden musste (und wer das jetzt nicht verstanden hat, der war nicht da und hat damit sowieso initial verloren!).

Die beiden Frontsäue haben wieder richtig reingehauen, fette Shouts gepaart mit melodiösem Gesang und ne durchweg anständige Stageperformance sorgten für gute Stimmung im Publikum. Ebenso was fürs Auge waren die von Bands wie His Statue Falls bekannten Breitbein-Moves des Gitarristen und das Instrumenten-Schwingen des Gitarristen und des Bassisten, das oft an der niedrigen Decke im Devils Place scheiterte. Nichts desto Trotz wurden die Songs ausgiebig zelebriert, ohne dass jemand Kopfverletzungen durch herabfallende Deckenstücke davontrug.

Von den gespielten Songs kenne ich namentlich nur ONCE, welches man auch auf Myspace (I heard the Silence-Myspace) hören kann. Wie gesagt, der Song wurde an dem Abend zweimal gespielt – einmal davon als Zugabe mit extra Goodie. Die Amps waren nämlich schon ausgeschaltet, weil man eigentlich annahm, dass der Gig vorbei sei. Entsprechend ferzte der Drummer irgendwann los und die Guitarreros konnten mangels Strom auf der Leitung akustisch nicht ganz mithalten ;) Lief dann trotzdem noch und auch Herr Stromberg hatte ne Menge Spaß, wie man sehen kann:

Auf jeden Fall ne runde Sache der Auftritt. Verkürzt mir die Wartezeit bis zum nächsten Mal. Cheerio.

Bläckout

Bläckout spielen als zweites und trumpften direkt mal auf mit brennenden Drumsticks und kultiger Jasonmaske.

Sehr geiler Konzertauftakt, die Sticks landeten geschickt im extra vorbereiteten Eimer neben dem Drumset und ab gings. Was mir sehr deutlich im Gedächtnis blieb sind zwei Dinge. Zum einen spielen Bläckout deutsche wie englische Songs und zum anderen klingt der Frontmann vor allem in den deutschsprachigen Songs unfassbar stark nach dem inzwischen Ex-Frontmann der Onkelz. Ich bin ja nun kein großer Kenner der Onkelz, kann aber durchaus den ein oder anderen Refrain mitgröhlen – mit Steini ware aber ein etwas größerer Onkelz-Fan am Start, der meine Meinung teilte. Kam auf jeden Fall auch sehr kultig rüber, kennt man die Stimme doch und kann sie direkt einordnen. Gerade bei den deutschen Songs fand Bläckout viel Unterstützung im Publikum, das scheinbar alle Songs auswendig kannte.

Für mich als nur halbgaren Kenner der Materie klangen Bläckout insgesamt wie die härtere und abwechslungsreichere Version der Onkelz, was mir sehr gut gefiel. Ich fand die Onkelz musikalisch oft zu eintönig und lasch – am Samstag jedoch hats geballert und knüppeldick was auf die Ohren gegeben und man hat sogar mal verstanden was gesungen wurde.

Bisschen schade fand ich indes die doch recht statische Anordnung der Jungs auf der Bühne. Da war wenig Bewegung im Spiel, besonders im Kontrast zu I heard the Silence und Chaos Leaving Storm, die beide dauernd am zappeln und springen waren. Die Musik gibt da deutlich mehr her und bei eingängigen Songs wie FREIGEIST kann ruhig auch mal ein Arm in die Höhe gerissen und den Fans das Mikro überlassen werden.

Der Gig dauerte schon deutlich länger als der von IHTS. Ich tippe mal auf ne gute Stunde incl. Zugabe. Etwa ab der Hälfte der Zeit mussten wir den Konzertraum dann verlassen, weil die verbleibenden 2 Gramm Restsauerstoff kaum mehr für eine einzelne Person ausreichten. Für mich als Nichtraucher immer wieder ne Herausforderung, da ja zu dem Nikotin noch die Wärme von Menschen und Gerätschaften kommt und geschlossene Türen für eine Unterversorgung mit Sauerstoff sorgen. Letzten Endes ein erträgliches Übel, aber zwischendurch muss man immer mal kurz an die Luft. Allerdings kam auch draußen noch einiges von der Mucke an, was der Zwangspause ein wenig an Zwang nahm.

An diesem Punkt möchte ich dann mal noch kurz ausschwenken und was zum Thema Solidarität fallen lassen, weil ich grad wieder das Foto vor mir hab. Bläckout und I heard the Silence proben beide im Rockerbillys Cage in Überherrn, was wohl ein Mitgrund dafür ist, dass das Konzert zusammen gespielt wurde. Sie kennen sich also schon etwas besser. Jedenfalls fiel mir am Konzertsamstag direkt ins Auge, dass die Mitglieder beider Bands Shirts der jeweils anderen trugen. Ist ja genaugenommen nun keine große Sache – irgendwas muss man ja schließlich anziehn. Trotzdem find ichs bemerkenswert, wie zwei Bands, die zwei so unterschiedliche Musikrichtungen bedienen, sich doch gegenseitig unterstützen. Big up!

Allerdings sollte es damit ja nicht getan sein. Das Tragen von Shirts (ob gekauft oder nicht) ist ne nette Geste, aber was mir als Musiker immer sehr wichtig ist, ist den Bands mit denen ich spiele zu zeigen, dass ich mir das anhöre und soweit möglich auch drauf abfeiere. Mir ist noch keine Band untergekommen, die dermaßen schlecht war, dass ich das nicht hätte machen wollen. Keiner verlangt, dass man die ganze Zeit spalier steht und nachher jede Sekunde des Konzert abrufen kann. Aber ein bisschen Respekt für die Mitmusiker und ggf. Konzertveranstalter ist nicht zuviel verlangt.

Das jetzt mal ohne Bezug auf den Samstag. Zumindest was meine Erinnerung angeht wurden da alle Bands richtig abgefeiert. Ich finds nur immer wieder schade, wenn ich sehen muss, dass sich auf der Bühne jemand Mühe gibt und nichtmal die Leute, die vor oder nach einem spielen und deren Auftritte man gesehen hat oder sehen wird, da sind um es sich anzukucken. Gleiches gilt mMn für die Fans und Homeboys und -girls die jede Band mitbringt. Lobenswerte Sache, dass man seine Jungs unterstützt und mit dem geblechten Eintritt indirekt auch die anderen Bands, aber wenn man schon 6 Euronen löhnt kann man sich ruhig auch die Zeit nehmen, sich die andren anzuschauen ;) Wer weiß, vielleicht ist was gutes dabei. Naja. Exkurs Ende.

Bläckout, wie gesagt, waren für mich eine härtere und abwechslungsreichere Version der Onkelz in manchen Belangen – zeichneten sich aber trotz aller Ähnlichkeiten durch eine eigene Note aus. Der generell treibende Rock mit teils deutschen, teils englischen Lyrics und den singbaren Texten hat auf jeden Fall Partypotential.

Chaos Leaving Storm

Auf die Jungs hab ich persönlich ja schon ne Weile gewartet. Bin irgendwann mal über Cold Eyes Concerts oder so auf die gestoßen. Schon zig Monate her. Damals gabs keinen Song auf Myspace und nen recht maues Layout, aber schon nen Batzen Gigs. Das machte mich neugierig. Bin dann vor ner Weile nochmal drüber gestolpert und inzwischen gabs auch Hörwerk. Seitdem warte ich auf nen Gig in unseren Gefilden. Und den gabs am Samstag.

Betont hart legten Chaos Leaving Storm die akustische Messlatte gleich mal ganz nach oben und gaben den Gitarrenverstärkern deutlich mehr Feuer als ihre Vorgängerbands. Leider wirkte sich das ein wenig negativ auf den Gesang aus, der schlichtweg nicht mehr durchkam, weil der Mischer nicht mehr hergab. Aber druf jeschissen, es ging trotzdem ab wie Sau.

Namentlich kann ich vom Samstag nur BEHIND THE CURTAINS und DEEPWATER HORIZON nennen, beide wurden nach massiver Nachfrage nochmal als Zugabe gespielt – Gott sei Dank. Wie ja bereits erwähnt kam der Gesang leider nicht ganz rüber, was echt schade, aber zu Gunsten des knüppeldicken Gitarrensounds auch vertretbar war. Chaos Leaving Storm haben nen dickes Brett hingelegt, technisch sehr versiert und ohne merkliche Fehler gespielt. Auch was die Bühnenpräsenz anging ne absolute Instanz. Insbesondere der Frontmann war dauernd in Bewegung und verkaufte Musik und Lyrics verdammt gut. Die ganze Band wirkte sehr authentisch und schnörkellos. Gib ihm und gut.

Die Qualität der Aufnahmen auf Myspace und der Sound am Samstag geben sich ehrlich gesagt nix, beiderseits setzt die Musik von Chaos Leaving Storm auf einfache und treibende Riffs und vor allem viel Druck hinter der Mucke. Einige Zuschauer hats dann sogar zum Tanzen animiert und zumindest mich während der Zugabe, als ich die Kamera endlich mal weglegte, auch zum intensiven Headbangen.

Mal ein bisschen Farbe im tristen Grau

Mal ein bisschen Farbe im tristen Grau

Wirklich festgebissen hat sich bei mir die Zugabe. Ich kann mich erinnern, dass der Sänger was vom Saarland plapperte und dann nur sagte “Dei Mudder sei Gesicht”. Der Drummer zählt ein, alles haut einmal in die Instrumente und dann wurde sich bedankt und die Zugabe war vorbei. Geile Aktion, kam überraschend und fügte sich nahtlos ins Geschehen ein. Glücklicherweise gabs dann auch noch was richtiges auf die Ohren, nämlich die eben schon erwähnten DEEPWATER HORIZON (klickstu) und BEHIND THE CURTAINS. Es durfte also nochmal gemoscht werden.

Nettes kleines Detail ist die Arschkarte am linken Rand, die am Samstag recht häufig anzutreffen war. Vielleicht klärt mich mal einer auf, was es damit auf sich hatte. Ist völlig an mir vorbeigegangen.

Chaos Leaving Storm sind für mich jedenfalls nen echter (Geheim-)Tipp, muss ich dringend nochmal sehen – und auch für euch demnächst ne Pflichtveranstaltung. Zum Beispiel am 20.11. im Flexibel Saarwellingen mit Brigada und Resistance of Yield. Dürfte auch knüppeldick was auf die Matte geben. Ich persönlich bin an dem Abend in Lebach und kuck mir Sky of Calvaria, Meat my Mum und Chaindizer an. Und danach ab zu Vivi und Captain Morgan ins Benz in Saarlouis, Geburtstag feiern.

Dei Mudder sei Gesicht

Wieder ein Samstag vorbei. Viel gesoffen, viel Spaß gehabt, wieder neue Leute kennengelernt und mit anderen verwechselt (Sorry Pascal :)). Es war mir ein Fest. Danke an die Jungs und Mädels vom Devils Place für die nachhaltig geilen Konzerte, die coole Stimmung und die dekadente Bewirtung. Ihr herrscht! Wers noch nicht getan hat: Klickt doch mal bei Facebook durch und addet mich, dann bleib ich auch immer aufm Laufenden was eure Gigs angeht :)

Zum Schluss noch meine dilletantischen Versuche von Konzertfotografie. Ich schiebs mal auf die 50€ Kamera ;) Enjoy!

From 13.11.2010 – I heard the Silence, Bläckout, Chaos leaving Storm @ Devils Place Saarbrücken, posted by Fabian Peter on 11/14/2010 (62 items)

Generated by Facebook Photo Fetcher


Teile und herrsche

Ähnliche Beiträge

Comments

Post comment as twitter logo facebook logo
Sort: Newest | Oldest

geiler beitrag Fabi ;)
kein prob wegen der verwechslung.. passiert den besten ;)
in dem sinne <3
hau rein
pascal//ihts

Weiter, weiter...