Letzten Donnerstag war ich bei der Band Celesta im Proberaum und habe mit ihnen ein Interview geführt. Sehr nette und interessante Leute.
Hier das Ergebnis, viel Spaß beim Lesen:
- Hallo Celesta, stellt euch doch mal vor!
Vicky: Hallo ich bin Vicky Schreiber, Vocalistin der Band Celesta. Grinst.
Freddy: Frederik Schulz, Keyboarder und Backgroundsänger unserer Band.
Dirk: Ich heiße Dirk Wolter und spiele Bass. Außerdem bin ich für die Technik in unserer Band verantwortlich.
Freddy: (ahmt Dirks Stimme nach) und ich bin immer gut gelaunt! (Band lacht)
Pierre: Hallo ich bin Pierre, Franzose und Schlagzeuger der Band Celesta.
Manuel: Manuel Zewe, unglaubliche Leadgitarre.
Vicky: Ohyeah! (Band lacht)
- Seit wann gibt es euch und wie habt ihr euch gefunden?
Vicky: Uns gibt es seit 11. November 2009.
Manuel: Vollständig sind wir aber erst seit Januar 2010.
Vicky: Ja, da kam unser Gitarrist Manuel Zewe dazu. Wie wir uns gefunden haben?
Wir hatten vorher eine andere Band, die hieß Thorny Roses, dort haben wir zusammen seit 2007 Musik gemacht. (Mit “wir” meint Sie sich, Pierre, Freddy und Dirk) Ende 2009 bildete sich dann Celesta und dann haben wir noch unsern Manni gefunden.
Freddy: Wir haben uns sehr viele Gitarristen angehört, uns einen Haufen Stress gemacht und sehr viele Leute eingeladen. Manche haben zugesagt und sind kurz darauf wieder abgesprungen. Und Manni ist letztendlich übrig geblieben.
Vicky: Nein, er ist nicht übrig geblieben, er war einfach genau der, den wir auch wollten!
- Wie kam es zum Namen Celesta und was bedeutet er?
Vicky: Auf den Namen Celesta kam der Freddy, Celesta bedeutet “die göttliche, die himmlische, überirdisch” die Göttin des Todes heißt “Celeste” es hat also viele Bedeutungen.
Rubina: Aber es ist auch ein Instrument!?
Freddy: Genau, es wird beispielsweise in Tschaikowskys “Tanz der Zuckerfee” verwandt. Ein Stück, das mir immer gut gefallen hat (singt die entsprechende Melodie). Die Melodie von der jeder denkt es seien Glöckchen. Es ist aber eigentlich ein ganz kleines Tasteninstrument, bei dem die Klöppel nicht wie beim Klavier auf Saiten schlagen sondern auf solche xylophonartige Scheiben. Das Instrument ist relativ unbekannt kommt aber in Orchestern des öfteren zur Anwendung.
- Wie beschreibt ihr eure Musik?
Vicky: Einzigartig, geil, …! (lacht)
Manuel: Was gerne rezitiert wird ist mein unnachahmlich kluger Erguss, dass wir angeprogten Heavy Metal mit Frauengesang machen.
Vicky: Mit Funkelementen und Gothikeinflüssen, …
Manuel: Bla bla bla….!
Vicky: Also die Lieder entstehen bei uns einfach wie sie entstehen, was dabei herauskommt kann vorher keiner so genau sagen. Jeder bringt seinen Stil mit ein. Wir haben auch so’n paar Oldschoolelemente in den Songs und und und.
Freddy: Ich mag dieses Schubladendenken nicht so.
Manuel: Vereinfacht gesagt ist es Heavy Metal mit Frauengesang. Wir haben klassische Elemente des Metal, wir haben viele für Metal untypische Elemente in den Songs, manche Songs sind industrial-lastig aber unterm Strich ist es schlichtweg MUSIK! Schubladen sind wunderbar, wenn man jemandem der die Band noch nie gehört hat ungefähr erklären will wie sich die Band anhört. Aber an und für sich kann man uns in keine Schublade stecken.
- Was zeichnet eure Musik aus?
Manni: Ultrabrutale Gitarrenriffs und sanftes Keyboard (lacht) nee Quatsch!
Freddy: Ich finde sie sehr gesangslastig, es wird viel Wert auf guten Gesang gelegt und vor allem viel Wert auf kreatives Songwriting und anspruchsvolles Arrangement.
Dirk: Ohne dabei in abgefahrene Progorgien abzugleiten. Es ist immer gut hörbar und hat oft schöne Hooklines in den Vocals.
- Wovon handeln eure Songs?
Vicky: Unsere Songs handeln von den üblichen Themen, Liebe, Hass, Trauer, Krieg, und vieles Mehr.
Rubina: Also eher realitätsnahe Themen!?
Manni: Also die textliche Ausrichtung der Band festzulegen finde ich falsch, wer weiß was noch kommt. Ich denke wir legen uns da nicht fest. Es kommt wie es kommt.
- Ihr seid dabei euer erstes Album zu produzieren, wie ist der Stand der Dinge?
Vicky: der Stand der Dinge ist, wir sind dabei. (grinst) Es dauert schon länger als wir ursprünglich geplant hatten aber wir nehmen uns einfach die Zeit die es braucht. Wozu sollten wir uns da Druck machen. Wir haben ja keinen Druck durch eingeschränktes Geld oder Zeit im Studio. Es dauert eben solange es dauert.
In der Anfangsphase ging es recht flott und nun wächst und gedeiht es. So kommt schlussendlich was gutes dabei raus.
Freddy: Wir sind ja schon ziemlich weit. Wir sind bei etwa 80% der Fertigstellung.
Rubina: Ihr seid ja nicht an ein Studio gebunden da ihr alles selbst hier im Proberaum aufnehmt. Wie funktioniert das?
Freddy: Dirk macht da unheimlich viel, der hat sich alles angeeignet und das ermöglicht uns alles in Eigenregie zu machen.
Vicky: So entstehen auch immer wieder neue Ideen. Wir weichen da schon ab und an vom Fahrplan ab und spielen hier und da mal noch was anders, lassen was weg oder fügen noch etwas hinzu. Das kann nur passieren wenn man nicht unter Druck arbeiten muss.
Dirk: Ich denke übrigens darüber nach mein Knowhow demnächst der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, indem ich ein kleines, preiswertes Studio eröffnen will. Hauptsächlich für kleine Demo-Produktionen und LowBudget-CDs aber wann genau steht noch in den Sternen. Das eigene Album geht erst mal vor.
- Gibt es schon einen Namen für das Album?
Vicky: Wir haben Ideen aber da ist noch nichts konkret.
- Welche Shows stehen in nächster Zeit an?
Manni: Es sind ein paar Shows geplant in nächster Zeit. Termine findet man auf unserer Homepage.
Freddy: Aber allgemein halten wir uns derzeit mit Gigs etwas im Hintergrund um das Album fertigstellen zu können.
- Was erwartet Zuschauer auf euren Konzerten?
Vicky: Ne geile Uschi! (Band lacht schallend)
Freddy: Anspruchsvolle Musik fürs Ohr…
Dirk: Natürlich geile Mucke von Celesta!
Vicky: Das Publikum bekommt 5 verschiedenste Charaktere zu sehen und deren Musik zu hören! Und natürlich Freddys Arsch den er beim Keyboard spielen immer so schön raus streckt.
- Was unterscheidet euch von anderen Bands? Was macht euch besonders?
Manni: Das Keyboard wie es bei uns eingesetzt wird, kommt bei anderen Bands eher nicht vor. Quasi als gleichgestelltes Instrument zur Gitarre. Bei anderen Bands agiert das Keyboard eher im Hintergrund und füllt.
Es ist aber auch kein für Progmetal typisches “Gefuddel” sondern baut auf dem Gerüst was Gitarre, Bass und Schlagzeug bieten auf und fügt sich gut ein.
Dirk: Wir legen im Gegensatz zu vielen anderen Amateurbands sehr viel Wert auf einen guten Livesound. Auch darauf, dass wir auf der Bühne perfekt zusammenspielen können was nur geht, wenn jeder jeden gut hört. Wir investieren immer einiges in gute Technik und versuchen im Optimalfall unsere komplette PA- und Monitoranlage mitzubringen, da wir dann wissen dass die Qualität stimmt.
- Was sind eure musikalischen Vorbilder?
Vicky: Ronnie James Dio, Kelly Family, Ville Valo, prinzipiell stehe ich auf unverwechselbare Stimmen. Bei Männerstimmen mag ich eher die tiefen Stimmen, wie die von Pete Steele, bei den Frauen mag ich Alanis Morisette, Skin von Skunk Anansie, einfach schöne, einzigartige Stimmen.
Freddy: Ich höre gerne Funk, Rock, Progressive Metal gerne auch ältere Sachen wie Queen, Led Zeppelin und so weiter.
Pierre: Sehr breit gefächert, fast nichts aus dem Bereich Metal, eher Jazz, Pop, Rock. Im Metal gibt es wenige die ich richtig gut finde aber ein paar gibt es. z.B. Meshuggah.
Freddy: Für mich sind das was ich gern höre und die Musik die ich gerne mache auch immer zwei Paar Schuhe.
Manuel: Meine Musikalischen Vorbilder sind unter anderem die drei alt bekannten, Metallica, Megadeth und Slayer aber auch melodischer deutscher Metal wie Blind Guardian und Gamma Ray, was sich bei uns bis auf die Soli so gar nicht wiederfindet, aber auch solche Sachen wie Canibal Corpse. Dann höre ich aber auch gerne deutsche Liedermacher wie Hannes Wader, Reinhard Mey, aber auch Country etc.
Dirk: Meine musikalischen Vorbilder sind Marcus Miller, Mark King, Stanley Clarke, halt die alten Jazzrocker, Eberhard Weber. Aktuell höre ich gerne Machine Head, Opeth, Disillusion, manchmal auch Epica, selten Nightwish neuerdings auch wieder Al Di Meola und Pat Metheny, Level 42, die alten Sachen.
- Wie mir interne Quellen berichtet haben, schreibt ihr trotz Albumproduktion schon an neuen Songs. Reicht euer bisheriges Songmaterial für ein Album nicht aus oder Arbeitet ihr da parallel an verschiedenen Baustellen?
Vicky: Wir versuchen parallel irgendwie alles unter einen Hut zu bekommen. Je nach dem wer gerade für was Zeit hat. Der Dirk wird fürs Recording halt sehr viel beansprucht.
Freddy: Wir haben da verschiedene Termine, einmal die Liveproben, dann Songwritingproben und die Recordingtermine.
- Wenn man wie ich schon mal ein Konzert von euch besucht hat sind einem manche Songs durchaus schon geläufig. Welche der von den Konzerten bekannte Songs wird man auch auf dem Album zu hören kriegen?
Freddy: Die meisten Songs aus unserem Liveprogramm recorden wir auch. Es wird ein volles Album mit 13-14 Songs. So ganz steht das noch nicht fest.
- Habt ihr ein Motto?
Vicky: Grenzenlos.
Manuel: Wir binden uns eigentlich an kein Festes Motto. Bindet man sich an ein Motto hat man auch schnell mal einen Stempel auf der Stirn. Man soll uns nicht irgendwann vorwerfen können wir seien unserem Motto nicht treu geblieben. Je mehr man sich limitiert desto weniger frei kann man arbeiten.
Vicky: Eine Band entwickelt sich wie jeder Mensch auch immer weiter.
- Habt ihr nur auf musikalischer ebene Kontakt oder trifft man sich auch privat?
Vicky: Wir mögen einander! Wir “schwenke” auch öfters mal zusammen.
Manuel: Die Band basiert auch auf einer kollegialen bis freundschaftlichen Ebene. Was auch gut ist.
Freddy: Musik zusammen machen ist auch immer wie eine Beziehung. Da muss es schon stimmen.
- Wo seht ihr euch in fünf Jahren?
Dirk: Auf dem Mond!? Wir sind schließlich Celesta, da müssen wir doch auch irgendwie in den Himmel.
Manuel: Ich hoffe doch dass wir uns bis dahin einen Namen in der deutschen Metalszene erspielt haben und wir auf semiprofessioneller Basis Musik machen können.
- Was sagt ihr zu Iamhavoc.de?
Dirk: Ein mit viel Engagement gemachtes Infoportal für den Saarländischen Underground.
Sehr interessant und von mir ein großes Lob dafür.
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