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The Setup: Tech-tell-Mechtel mit Manni

Hallo Leute. Da mein Angebot, ebenfalls einen kleinen Tech-Talk einzusenden, von Fabian mit Begeisterung angenommen wurde, gewähre auch ich hier einen kleinen Einblick in mein bescheidenes Set-Up.

Zu allererst: Wie The Setup: Dominik Charoy eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, gibt es Leute, die sich die Mühe machen und ein Mords-Rack zusammenbauen um zu ihren Sounds zu kommen. Bei mir sieht das leider weniger eindrucksvoll aus, was ich gleich erklären werde. Ums knapp zu halten, mein Setup, egal ob Recording, live oder im Proberaum sieht immer folgendermaßen aus:

Eins für alles: Das Set-Up

Sieht ein bisschen langweilig aus, oder? Ich benutze seit einiger Zeit einen Peavey Vypyr 75. Ich gehe mit der Gitarre direkt in den Input der Combo und das Steuerpedal (hier Sanpera 1) wird hinten mit dem Amp verbunden. Das wirklich interessante geschieht im Amp. Beim Vypyr 75 handelt es sich um einen 75 Watt Modeling-Amp, der die Peavey Trans-Tube-Technologie verwendet (also ein Transistor-Amp) und mit einer analogen Vorstufenverzerrung arbeitet. Das ganze wird über einen 12-Zoll-Lautsprecher an die Außenwelt weitergegeben. Viel blabla, unterm Strich: Das Ding ist heiß und für einen bastelfaulen, armen Azubi wie mich die optimale Lösung! Über das Pedal kann man verschiedene Presets laden und die Steuerung der Stompbox-Effekte, des Loopers, etc handhaben.

Die Sounds

Der Amp bietet eine reichhaltige Auswahl an Ampmodellen, Stompbox- und Rack-Effekten. Diese Tatsache minimiert den Beschaltungsaufwand, den man von außen betreiben muss. Aus diesem Pool von Ampmodellen und Effekten habe ich mir für die jeweiligen Anforderungen die entsprechenden Sounds gebaut und als Presets hinterlegt. Aber eigentlich geht’s auch hier sachte zu, da ich ein alter Pragmatiker bin und deshalb mit ganzen 4 Sounds auskomme. Diese liegen auf der ersten der drei verfügbaren Soundbänke, den Rest hab ich mir zum experimentieren mit irgendwelchen anderen Sounds zugeballert. Für die Beschreibung der Reglerstellungen stelle man sich 1 als Minimum und 10 als Maximum vor.

Gain 1: Ich habe eine Zeit lang immer brutale High-Gain-Sounds gefahren, am besten Gain, Bässe und Höhen auf 10 und die Mitten auf 2 oder einfach mit einem Digitech Metal-Master. Aber Das Spielen in einer Band mit viel Dynamik und einem transparenten Sound lehrt einen etwas Besseres. Der Gain 1 Sound wird live verwendet, wenn ich krachige, prägnante Rhythmussounds brauche. Ampmodell ist hier ein Diezl-Amp, Gain steht hier etwa auf 6, Bass auf 5,5, Mitten auf 5 und Hi auf 7,5. Also ein angenehmer Crunchsound, der sich Live über den Mulm von Bass und Keys hinwegsetzt. Der wird außerdem als Rhytmsound auf unserem Album verwendet.

Gain 2: Hier habe ich mich für einen Peavey JSX entschieden, da dieser in meinen Augen einen extrem geilen Eigensound hat. Gain ist hier zwischen 6 und 8, je nach Location (weniger Gain = weniger Rückkopplung, weniger Rauschen bei HF-Scheiss auf der Netzspannung), Bassregler steht bei 5, Mid bei 4,5 und Hi bei etwa 7,5. Auch ein Rhytmussound auf dem Album und live mein Favorit. Schön brutal und trotzdem hörbar über dem Rest.

Solo: Hier habe ich ein Rectifier-Modell ausgewählt, ein Delay dazu gepackt, ein wenig mehr Gain dabei, Mitten bei 7 und Bass bei 4,5, die Höhen etwa bei 8. Wird Live als Solosound verwendet und auf der Pre-Production von „Bank of Karma“, allerdings ohne Delay, dafür ist CuBase zuständig.

Clean: Hier habe ich mich für den Klassiker unter den Cleansounds entschieden, einem emulierten Fender Twin Reverb. Hier habe ich einen leichten Hall und einen langsamen, leichten Chorus hinzugefügt, minimal Gain (soll ja ein bisschen knacken), Bässe bei 8, Mid bei 6 und Hi bei 7, gut ausgewogen für einen warmen Clean-Sound.

Soviel zu den Sounds. Wie Dominik schon gesagt hat: Besser haben und nicht nutzen als nicht haben und brauchen (oder so…). Die meisten der möglichen Sounds kann ich im Moment noch nicht gebrauchen, aber wer weiß was noch kommt? Die 3 Bänke mit je 4 speicherbaren Sounds lassen sich mit einem erweiterten Fußpedal auf insgesamt 256 Speicherplätze erweitern, aber meine 12 reichen mir im Moment noch. Im unteren Bild sieht man den normalen Recording-Aufbau im Proberaum.

Die Gitarren

Wer Celesta schon öfter live gesehen hat, dem dürfte aufgefallen sein, dass ich eigentlich immer nur eine Gitarre spiele. Gemeint ist hier mein Arbeitstier, eine Schecter ATX Blackjack C7.

Diese Klampfe hat 24 Jumbo-Bünde, eine Set-Neck-Konstruktion, aktive Seymour Duncan Black-Out-PUs und eine Tun-O-Matic-Bridge. Optimales Gerät, live wie im Studio, sehr leicht, tut dem Ton aber keinen Abriss.

Für Unplugged-Shows und Lagerfeuer-Sessions hält meine Johnson Westerngitarre her, aktiver Fishman-Piezzo mit 3-Band-EQ. Saitenbestückung hier Martin 10er.

Dann befindet sich noch eine DEAN ML-X-7 in meinem Besitz. Diese Gitarre dient als Ersatz für live und als Proberaumgitarre (weil der Koffer so scheiss unhandlich ist). Der Vorbesitzer hat die Tonabnehmer interessant verschaltet: Wenn man den Volume-Poti des jeweiligen PUs zudreht, hat man bei verzerrten Sounds einen leicht angezerrten Clean-Sound des jeweils anderen PUs. Irgendwie sickert da ein Signal durch.

Somit hat man allerdings die Möglichkeit mit dem Wechsel der PU-Position von Zerr auf Clean zu wechseln, live eigentlich sehr praktisch. Ach ja, die Perlmutt-Lackierung alá James Hetfield Explorer ist auch nicht auf meinem Mist gewachsen. Auch hier eine 7-Saiter, 22 Jumbobünde, passive Pick-Ups und einen geschraubten Hals. Beide Gitarren sind mit D‘Addario oder Ernie Ball 0,9er Sätzen bestückt. Plektren sind immer entweder Dunlop Jazz II oder Ibanez Paul Gilbert Signature.

Von Floyd-Rose-Tremolos habe ich mich in letzter Zeit distanziert, da ich den Aufwand (stimmen, Saiten wechseln, etc…) nicht selbst betreiben will und mir keinen Roadie leisten kann. Außerdem hab ich’s nie wirklich gebraucht, meine Vibratos klappen auch ohne und es verleitet zum Herumalbern, wenn einem beim Solospiel die Ideen ausgehen…

Der Grund warum ich 7-Saiter spiele, ist auch dem Pragmatismus entwachsen. Die meisten Celesta-Songs sind entweder auf D, C oder E. Bei sowas finde ich es zum einen lästig und zum zweiten einfach hirnrissig zu einem Gig jedes Mal 5 Gitarren mitzuschleppen. Außerdem bin ich der Meinung, dass jeder halbwegs gute Gitarrist in der Lage sein sollte, umzudenken, zumindest bei so „einfachen“ Grundstimmungen. Daher die einfachste Lösung: mehr Platz nach unten schaffen und die bestehenden Songs ummodeln. Außerdem sehen die Teile einfach fett aus und es ist mal was anderes.

Bliebe zum Schluss nur noch zu erwähnen, dass einem das beste Equipment nix, aber wirklich gar nix nützt wenn man keinen „Tone“ hat. Ein altes Sprichwort besagt, dass ein guter Gitarrist auch mit dem beschissensten Equipment einen halbwegs vernünftigen Sound hinbekommt, weil der „Tone“ in den Fingern steckt. Dickes Equipment ist eine schöne Sache, aber prollen und nix können geht gar nicht!

Hoffe der kleine Einblick in meine bescheidene Welt war aufschlussreich und hat einige Fragen geklärt. Wenn noch jemand was Fragen will, ich stehe gern Rede und Antwort. Vielen Dank für euer Interesse.

Teile und herrsche

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