Manche Montage sind gut zu mir. So auch letztens als ich Black Doves Rise in den CD Player schob und kurz darauf beinahe mit dem Auto im nächsten Graben gelandet wäre. Aber nur beinahe. Dermaßen ultrabrutal war das aggressive Geplärre des Sängers, dass es mir fast das Lenkrad veriss. Dafür durfte ich dann 8 Songs lang ein wirklich hervorragendes Album hören, wie man es nicht alle Tage findet.
Im einen Moment noch melancholisch leise, wechseln die Songs immer wieder schlagartig die Stimmung zu sehr harten Riffs und Gekreische, dass es eine wahre Freude ist. Die Gitarren liefern viele ruhige Cleanparts und spielen in Verbindung mit dem Bass, der übrigens eine sehr gute Arbeit abliefert und immer mal wieder mit schönen Melodien und Figuren auftrumpft, viele ruhige Parts und Melodien die zu keiner Zeit langweilen und eine sehr gute Stimmung erzeugen. Dann gibt es aber auch immer wieder diese aggressiven Parts, bei denen man glaubt eine ganze Horde kanadischer Holzfäller würde auf das Drumkit einschlagen um die fetten Gitarrenriffs und Melodien voranzutreiben.
Das alles dreht sich um den Gesang, der mal leise, melancholisch ist und im nächsten Moment aggressiv, schreiend die Hölle losbrechen lässt, so dass man fast glauben könnte der Sänger müsste jeden Moment seine Gedärrme auskotzen. Das dabei in den ruhigen Passagen auch öfters mal ein Ton daneben geht macht fast gar nichts. Der Stimmung der Songs tut das keinen Abbruch.
Die Band selbst nennt ihren Stil Artcore. Damit kann ich ehrlich gesagt nichts anfangen und daher nenne ich es einfach Metal. Man möge es mir verzeihen, aber für einen alten Metaller wie mich ist alles Metal, was verzerrte Gitarren hat und keiner anderen Metalrichtung zugeordnet werden kann und ich halte die unbändige Flut von Musikschubladen ohne Aussagekraft für ein Seuche, die niemandem nutzt.
Alle 8 Stücke sind kurzweilig, interessant, spannend, ja teilweise sogar episch und von Langeweile ist hier keine Spur zu finden. Es ist schwer zu beschreiben und ich denke jeder sollte mal reingehört haben um die Musik von In The Event Of Fire für sich selbst zu beurteilen. Mir jedenfalls gefällt das ganze ausserordentlich gut und deshalb gibt es auch 9 von 10 Punkte. Als Anspieltip empfehle ich My Pompeii und Pigs To The Trough, die mir besonders gut gefallen haben.
Weiter so.
Upeh Winter
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Jo "My Pompeii" is echt ne Prachtnummer!
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