…von wegen 12“ sind nur was für Rock und 10“ nur was für Metal!
Vorgeschichte:
An einem Wochenende wars dann endlich soweit: ich packte mein Bass-Rig in meine „Knutschkugel“ aka Seat Arosa (gleiche Karrosserie wie VW Lupo) und fuhr „hoch“ zu Leo. Wir wollten mal sehen, wie sich unsere beiden Rigs schlagen und sie miteinander vergleichen. Ich hatte meinen ESP LTD B155 und den Squier Vint. Mod. Jazz dabei und er hat einen modifizierten Fame MM400 mit Häusel PU und Noll Elektronik.
Als wir aufgebaut hatten, gab mein MXR M80 Bass DI+ unerklärlicherweise den Geist auf. Sehr schade, nun brauchte ich nen neuen Preamp bzw. vllt kann mans noch reparieren lassen. Dennoch wie es normal aussieht:
So konnten wir nur die Bässe und Boxen vergleichen. Als Top diente dann eben Leo’s Markbass S450.
Verarbeitung der Boxen
Die beiden Boxen nehmen sich fast gar nichts. Beide sind gleich gut verarbeitet, sind auf jeden Fall roadtauglich, wiegen ~39 kg, kompakt beim Transport und „kriegt man sogar in eine Knutschkugel rein“. Die FMC ist sogar noch 2 bis 3 cm kleiner (siehe Bild) als meine HoS.
Ein weiteres Plus bei der FMC sind die angenehmen, klappbaren Tragegriffe an der Seite. Ich habe an meiner 4×12 typ. Schalengriffe, normal auch kein Problem, jedoch, wenn man noch zb. ein Rack mit 20kg auf der Box hat, kann das Gewicht den oberen Rand der Schalengriffe in den Handrücken/Handgelenk drücken – nicht sehr angenehm. Kommt aber imho nicht so oft vor – soll man halt 2mal gehen. Jedoch punktet da die HoS mit der „Sackkarren“-Bauweise: die Box einfach nach hinten Kippen und durch die Rollen am unteren Rücken der Box vor bzw. hinter sich her schieben bzw. ziehen.
Und nun zu den drei Bässen (mod. Fame MM400, ESP LTD B155, Squier Vint. Mod. Jazz Bass) an den beiden Boxen.
Markbass S450 – EQ neutral – FMC 6×10 – Horn aus
Mod. Fame MM400:
Der Bass hat einen enormen Output und über die Box drückt er durch die Mitten und hat ein enormes Bass- und Tiefmittenfundament. Der Attack in den Bässen und Tiefmitten sorgt für ein nettes Gefühl in der Magengegend.
Squier VM Jazzbass:
Auch ein mittenlastiger Sound, aber eher hochmittig. Die Höhen sind stärker ausgeprägt als beim MM (Höhenblende komplett auf, beide PU’s voll reingedreht). Es fällt auf dass der Output wesentlich geringer ist. Für die gleiche Lautstärke mussten wir den Master (vorher ca 10Uhr) auf 4 Uhr aufdrehen. Der Sound ist insgesamt differenzierter, jedoch weniger druckvoll als der Fame.
LTD by ESP B-155:
Kräftig in die H-Saite gelangt und der erste Eindruck: wow, die H-Saite macht was her. Die erste Reaktion: “Leo, ich mach mir Sorgen um die Gläser im Schrank”. Die Mitten sind wesentlich schwächer ausgeprägt als die Bässe. Es ergibt sich von “Natur aus” ein “Badewannen-Sound”, welcher durch frische Stahlsaiten noch unterstrichen werden würde. Trotz einer realistischen Proberaum- und Auftrittslautstärke bleibt der Sound unverändert, und die Box scheint mit der H-Saite keine Probleme zu haben – selbst bei hartem Pleck-Spiel und geboosteten Bässen. Der Output ist etwas stärker als der des Squier.
Markbass S450 – EQ neutral – HoS 412 – Horn aus
Mod. Fame MM400:
Der Punch ganz unten rum ist nicht so ausgeprägt wie an der 610. Insgesamt ist der Sound etwas mittiger aber immer noch ein prima Sound.
Squier VM Jazzbass:
Der Druck ist viel stärker als an der 610. Die Betonung der Mitten rückt nun eher nach unten, wodurch es auch hier zu einem druckvollerem und voluminöserem Klangbild kommt. Die Charakteristiken der 412er und des VM passen wie die Faust auf ‘s Auge.
LTD by ESP B-155:
Die Box gibt die H-Saite ebenso problemlos wieder wie die FMC. Die Bässe sind nicht so stark ausgeprägt wie an der der 610.Jedoch kommt es auch hier zu einer stärkeren Mittenbetonung, die jedoch nicht das Parade-Gebiet des Ltd ist.
Resumée
Ein “Besser” oder “Schlechter” kann man hier nicht sagen. Es sind zwei unterschiedliche Charaktere. Ohne Equalizing kommt man zu dem Schluss, dass der Charakter der FMC eher zu dem des Ltd und des Fame “passt”, wobei der Squier und die 412 eher “Rocker”-Equipment sind, die sich perfekt ergänzen. Jedoch kann die 610er sowohl in den Mitten drücken, sowie die 412er auch sauber in den Bässen bleibt, wenn man dies Wünscht – alles eine Frage des EQ. Vom “unbearbeitetem” Signal her bestätigt sich das “Vorurteil” dass die 12″ etwas mittiger sind.
Mittlerweile spiel ich die Box nur noch mit meinem Squier, nem Hartke HA 3500 Top und nem leichten Ibanez Overdrive. Perfekt für meine MetalCore-Band.
Leo & Martin
Teile und herrsche
Ähnliche Beiträge
Comments
Weiter, weiter...












Sehr schön dass sich mal jemand diesen beiden Topherstellern von Bassboxen widmet, auch wenn der Vergleich zwischen 10" und 12" natürlich irgendwo an Birnen und Äpfel erinnert. Kann beide nur wärmstens zum Antesten empfehlen.
Bleibt noch anzumerken, das von House of Speakers wohl keine boxen mehr erhältlich sein werden, da es meines Wissens nach die Firma vin Mik nicht mehr gibt, während man sich die FMC auch weiterhin vom Hans in Ingolstadt bauen lassen kann.
- spam
- offensive
- disagree
- off topic
Like