Dominanz, (Nomen) Eine Gruppe, die sich durch Überlegenheit gegenüber anderen Gruppen definiert. So lautet die soziologische Definition des Wortes “Dominanz”.
Die gleichnamige Band trägt zwar die deutsch Syntax des Wortes, stammt aber aus Norwegen und im Vorfeld: Mit Dominanz hat das Album “As I shine” nicht wirklich viel zu tun.
Stilistisch fühlte ich mich direkt an CREMATORY erinnert, als ich die teilweise doch sehr üppigen Synthesizer-Flächen gehört habe. Aufgefüttert werden die dann durch regelmäßige Unisono-Riffs der Gitarren. Im Takt wird das Ganze noch durch das Ministery of Beat gehalten. Auffällig erscheint hier, dass das Gerüst der 10 Tracks immer gleich zu sein scheint, was der Abwechslung und der Vorfreude auf die nächste Nummer ein wenig den Schwung nimmt. Viele Passagen im Arrangement wiederholen sich und alles in allem “passiert” nichts außergewöhnliches.
Metal ist die Platte, ganz ohne Zweifel. Der Hörer findet hier dominante Gitarren, soundtechnisch sehr stark an klassische “Slayereinstellungen” mit viel Bass und Höhen und fast ohne Mitten, erinnernd. Double-Bass-Eskapaden des Beatministers sucht man jedoch vergebens. Die Tracks folgen dem Schema des Intervalls und Überraschungen gibts nur von der Abteilung für Gesang. Hier geht der Daumen dann hoch, denn die Gesangspassagen möbeln den ein oder anderen Song auf und rufen stellenweise Erinnerungen an PROJECT PITSCHFORK wach. Hier wurde sehr viel Wert auf Abwechslung und Vielfalt gelegt, was durch den Einsatz der weiblichen Background-Sängerin noch einmal “gepimpt” wird.
Die Flächen der Synthies empfinde ich als eben zu dominant und oftmals rückt dadurch der Gesang in den Hintergrund. Insgesamt ist die Platte nicht wirklich so abgemischt, dass die Gesänge klar im Vordergrund stehen. Teilweise scheint sich der Sänger sogar “in einem anderen Raum” aufzuhalten. Man muss sich konzenrieren, was der Inhalt, was die Message des Songs ist, was durch die englischen Texte nicht gerade vereinfacht wird. Wer sich nicht nur vom Silberling berieseln lassen möchte, sondern auch gerne verstehen will, was da gerade gesungen wird, kommt um Kopfhörer, Klangregelung und eine gehörige Portion Konzentration nicht herum. Diesem Anspruch kann der Mix einfach nicht gerecht werden und so fällt die Platte ganz schnell in die Kategorie “Zum nebenbei hören”, was, aufgrund der musikalischen Exaktheit der Band, wirklich schade ist.
Auch beim zweiten Durchgang wirken die Songs insgesamt irgendwie lustlos und oberflächlich arrangiert – einfach ohne Spirit und sowas finde ich immer etwas sehr unglücklich, da im Grundsatz tolle Ideen vorliegen aber nicht wirklich bis zur letzten Konsequenz umgesetzt wurden. Ein hohes Maß an vorhandem Potenzial ist eigentlich in jedem Song zu finden, doch der letzte Kick, der mich grinsend den Kopf schütteln lässt, fehlt einfach.
Besonders wird mir das beim Song “Eternal Sin” bewusst, der im Grunde mit einer ganz tollen Gesangsmelodie auf einer sehr interessanten Akkordfolge beginnt, sich dann aber leider fröhlich im “Mainstream” treiben lässt, bis der letzte Ton verklungen ist.
Fazit
DOMINANZ symbiotisieren mit ihrem Album As I shine CREMATORY, PROJECT PITCHFORK, RAMMSTEIN und indutrial Metal zu einem Silberling der dem Käufer durchaus powergeladene Gitarrenriffs mit interessanten Gesangspassagen beschert, doch die “Dominanz” im Genre darf nicht wirklich erwartet werden.
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