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Power of Metal – Tour 2011

Endlich! Seit gefühlten 100 Jahren verfolge ich nun schon die Berichte bei Facebook von den anderen Konzerten dieser Tour und endlich hat sie ihren Weg nach Saarbrücken in die Garage gefunden.

Was versprach das Lineup?

Ein Neuling, einen aktuellen Star, eine Kultband und eine zur Zeit enorm präsente (gehypte?) Band. Ich war sehr gespannt auf den Abend, da ich außer der zweiten Truppe nichts kannte.

Als SKULL FIST kurz nach halb 6 den Anfang machten musste ich erstmal das Datum im Kalender prüfen. 2011? Nichts aus den 80ern? Die Zeitreise fand wirklich nur auf der Bühne statt. Dort aber hinsichtlich Auftreten, Aussehen und der Musik ohne Kompromisse. Das war Old School pur! Die jungen Wilden waren auf der Bühne kaum zu bremsen und erfreuten das Publikum mit herrlichen Gitarrenduelle in den Songs. Die Lieder waren alle recht flott und gingen gut ins Bein. Die Band sollte sich auch durch ihre „machen-wir-doch-mal-ein-geiles-huckepack-Gitarrenduell“ – Aktion längerfristig in die Erinnerung der Besucher gespielt haben. Mit jedem Song wurden mehr Köpfe bewegt, aber man merkte doch, dass viele ihre Kräfte für das Kommende schonten.

Denn als Powerwolf die Leitung des Abends übernahmen brachen schlagartig die Dämme. Da bekomm ich nachträglich noch Gänsehaut, wenn ich drüber schreibe. Powerwolf wurde lauthals empfangen und bereits beim Opener „Sanctified with Dynamite“ dürften die Ersten ihre Stimme verloren haben. Wie gewohnt wurde das Publikum von den Mannen rund um Attila angestachelt und bekam ein großartiges Konzert geboten. Wenn nicht geklatscht wurde, schmiss man die Arme in einer Welle nach oben, sang lauthals mit, sprang um sein Leben, usw… Über die Verwendung zahlreicher Klischees und die einfach strukturierten Songs kann man streiten, aber es funktioniert einfach und Powerwolf ist und bleibt damit einfach mit dem fetten Sound, den Songs, dem dargestellten Image eine DER Livebands und ich freue mich schon aufs nächste Mal!

Mit Grave Digger als dritte Band des Abends bekam man die Möglichkeit eine absolute Kultband zu sehen.  Ich persönlich konnte dem Gesang nie etwas abgewinnen und kannte daher wenig bis gar nichts von der Band, aber die Reaktionen des Publikums sprachen für sich. Nach der kräfteraubenden Show von Powerwolf wurde es zwar etwas ruhiger, aber die Band wurde dennoch ordentlich gefeiert. Im Prinzip hätte man das Mikro auch einfach durch die Reihe geben können. Oft schien es, als ob jeder außer mir die Texte perfekt beherrschte und Chris Boltendahl hätte sich einen ruhigen Abend machen können. Den gönnte er sich allerdings nicht und so präsentierte sich die gesamte Band mit viel Spielfreude und hielt das musikwütige Volk ordentlich auf Betriebstemperatur.

Bei Sabaton traf mich ein all zu bekanntes Problem. Die Band kannte ich selbst nicht und habe vorher soooo viel Gutes gehört, dass die Erwartungen nur enttäuscht werden konnten. Während ich nach ein paar Liedern den Platz vor der Bühne für andere frei machte und das Geschehen aus etwas Entfernung verfolgte, gab das Publikum wieder alles und die Partylaune war wieder auf Powerwolf-Niveau.

Der Sänger interagierte sehr viel mit dem Publikum und die Instrumentalfraktion bemühte sich, viel Bewegung auf die Bühne zu bringen. In dem Punkt waren aber die vorangegangenen drei Bands meiner Meinung nach allesamt besser.

Zwischendurch bekam man auch noch Lehrunterricht, was Metal ist.

Merke

Lektion 1: (die auf die Bühne geworfenen) „Kinder“(-riegel?) (Korrektur: es war Milchschnitte) sind NICHT Heavy Metal!!

Also… wo bleibt die Damenunterwäsche?

Lektion 2: Damenunterwäsche, die kurze Zeit später auf die Bühne geworfen wurde IST Heavy Metal! Die Kandidatin hat 100 Punkte.

Und auch durch 2 Flaggen (Schweden, Polen), die noch auf der Bühne landeten, wurde dem Sänger viel Möglichkeit gegeben diese Dinge spontan in die Show einzubauen. Mit den letzten 3 Songs konnte mich die Band sogar wieder zu einem interessierten Zuhörer machen und was für mich „nur“ bessere Songs waren, stellte offenbar für die zahlreichen Fans das absolute nonplusultra dar. Was nun wieder vor der Bühne los war, wurde bestimmt in einiger Entfernung noch als Erdbeben gemessen.

Mein Experiment mit einem Konzert, bei dem ich ¾ der Bands nicht kannte ist für mich nicht überragend ausgefallen. Alle andern aber, die auch für die restlichen Bands vor Ort waren, dürften den Abend so bald nicht mehr vergessen.

Verzeiht bitte die Qualität der Bilder. Abfeiern > Fotos machen! :D

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