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Nion – Firebird

Wer schon immer einmal wissen wollte, was unser Lord Siggi aka Siggi Schüssler, seines Zeichens Sänger bei den Saarländischen Truemetal-Heroen von MESSENGER, in seiner Freizeit macht, sollte sich unbedingt das 2010er Werk “Firebird” von NION anhören.

Zuerst einmal bedarf es etwas guten Willens, um sich an das trashige Cover, das mich frappierend an die 80er Jahre Underground-Szene erinnert und den etwas dumpf geratenen Sound zu gewöhnen. Auch die Stimme von Sängerin Marzena, (ja genau, der Siggi hält hier zur Abwechslung mal die Klappe und beschränkt sich auf die Saiteninstrumente), bedarf einer Eingewöhnungsphase, was nicht zuletzt auch an ihrem ausgeprägtem Akzent und gelegentlichen Intonationsproblemen liegt.

Hat man das aber erst einmal akzeptiert, (wobei vor allem die Makel bei der Stimme sich nach einer Weile ins Gegenteil verkehren und gerade einen großen Teil der Authentizität von NION ausmachen), kann man sich auf ein hervorragendes Album freuen wie man es nicht alle Tage in den CD Player bekommt. Ich will es mal so beschreiben:

Nightwish und Zed Yago zu ihren glorreichen Jutta Weinhold Zeiten fallen in einen Mixer und werden in eiskalten Truebechern mit viel Metal seviert.

Die Kompositionen sind absolute Spitze. Einprägsame Melodien und Doublebass-Attacken wechseln mit balladesken Teilen und den siggi-typischen Griffbretteskapaden ab. Dazwischen der Gesang, der immer wieder neue Facetten aufzeigt und gnadenlose Melodien rausjagt, die man nicht mehr aus der Birne bekommt. Oft beginnt es ruhig, ja fast belanglos, um am Ende dann doch wieder in einem Ohrwurm zu enden. Wenn das kein Metal der Spitzenklasse ist weiss ich auch nicht mehr weiter. Auch der Tiefgang der einzelnen Songs stimmt und von platten 3-Akkorden Hits sind NION ebenso weit entfernt wie von nicht mehr nachvollziehbarem Proggeschredder. Sehr erfrischend und abwechslungsreich erscheint NION im Vergleich mit vielen anderen Female Voice Gothicmetal Bands, wobei ich die Band auch eher in der klassischen Metalecke sehe. Ebenso lobenswert sind die Keyboard Passagen, die zu keiner Zeit in die leider so weit verbreiteten schwülstigen Nervsounds ausarten, die so viele Keyboarder zu bevorzugen scheinen. Dann wundert man sich auch nicht mehr, wenn plötzlich bei “Immortality” mittendrin eine Flamencoeinlage mit klassischer Gitarre erklingt. Fantastisch und erstaunlicherweise sogar absolut passend.

Ganze 11 Songs sind auf Firebird enthalten, ohne Ausfall oder Füller. Zum Reinhören empfehle ich “Eternal Ray”, “Immortality” und “Journey”. Eine sehr unterhaltsame Band, von der ich mehr hören möchte. Das ist mir satte 8 von 10 Punkten wert und für die Zukunft ist bei einer guten Produktion sicher noch mehr drin, wenn das Niveau beim Songwriting gehalten wird.

Upeh Winter

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