iamhavoc.de
 

HATE SQUAD – Katharsis

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich gleich mit einer mir altbekannten Combo mein Review-Debut auf iamhavoc.de feiern darf. Längst hatte ich bereits die Gottscheibe des Hannoveraner Vierer „not my god“ in meine 90er Jahre Alltime-Faves schön einsortiert, so war ich umso überraschter auf ein erfreuliches Lebenszeichen der einstiegen deutschen Metal-Hoffnung zu stoßen.

Auch wenn die Promo-Info mir suggerieren möchte, dass es sich bei HATE SQUAD um lupenreinen Metalcore handeln soll, muss man nach erstmaligem Hören konstatieren: ganz klarer Fall von Etikettenschwindel! Warum darf man in der heutigen Zeit nicht mehr nach Außen kommunizieren, dass man ne amtlich groovende Mischung aus Thrash, Death und Hardcore vorträgt, die jedem vorpubertierenden Jogginghosenträger das Hirn wegblasen würde. Verkauft sich das Unwort „Metalcore“ denn immer noch so (zu) gut?

Wechseln wir doch lieber die Vertriebssicht und gehen über zu den musikalischen Argumenten. Erfreulich für mich beim ersten Hören: es ist immer noch alles beim Alten geblieben! Die Jungs machen jedenfalls Ihrem Bandnamen alle Ehre und es wird sich mal so richtig schön über das Hier und Jetzt ausgekotzt. Man hat immer das Gefühl, dass hier nichts aufgesetzt ist. Man will nicht inszeniert die bösen Buben mimen, sondern lediglich mal richtig schön den angestauten Alltags-Dampf ablassen. Dabei grunzt Frontsau Burkhard Schmitt mit einer derartigen Angepisstheit à la Barney Greenway in seine bemitleidenswerte Mikrofonie, dass einem Angst und Bange um die Gesundheit des armen Kerls werden kann. Das Gaspedal wird bei den 15 Songs ordentlich durchgedrückt, ohne aber bei aller Aggressivität das Gespür für den richtigen Groove zu verlieren.

Leider kann die etwas hölzerne Produktion mit dem vorgetragenen Energielevel nicht mithalten und auch das durchschnittliche Songwriting lässt über den Verlauf der mit über 56 Minuten langen, genreuntypischen Spielzeit an Abwechslungsreichtum doch etwas zu wünschen übrig. Da können auch die kleinen, aber feinen Interludes nicht mehr das Ruder umreißen. Verdammt Schade!

Nichts desto Trotz: „Katharsis“ ist ein mit ehrlicher Handarbeit gezimmerter Batzen, der es, unter Berücksichtigung der vorgetragnen Kritikpunkte, versteht, sich mit erfreulicher Authentizität aus der Genre-Veröffentlichungsflut abzuheben.

Anspieltipps: „Katharsis”, „Your rotten life“, „Old times…. Good times”

Teile und herrsche

Ähnliche Beiträge

Comments

Post comment as twitter logo facebook logo
Sort: Newest | Oldest

Weiter, weiter...