
Schon 4 Tage alt, aber deswegen nicht weniger ernüchternd ist das Review zum diesjährigen SUMS von metal.de. Vorab muss man sagen, der Mann hat Eier, immerhin sagt er, was er denkt. Für mich indes kaum verständlich, wie jemand mit derartigem Hang zum Erbsenzählen auf ein solches Review losgelassen wird. Da muss man jetzt einfach mal die Fahne für das Heimatbundesland hochhalten!
Immer wieder liest man, der Sound sei dünn, die Produktion nicht fett genug, grob gesagt es fehlt Schmackes. Songwriting ist nichts, highlightlos, lalala. Tatsache ist, es ist doch ein Underground Sampler. Das ist kaum gleichzusetzen mit einem Roadrunner United-Epos oder ähnlichen Compilations großer Bands (Ich will hier keiner Band unterstellen, dass sie weniger wert sei als das ;) ). Aber man muss aufm Boden der Tatsachen bleiben. Für viele Bands ist oft die Produktion eines einzelnen Songs in brauchbarer Qualität für den SUMS schon ein Gewaltakt, denn nicht jeder hat die Mittel, das professionell zu machen und es kennt ja auch nicht jeder einen Hobbytontechniker mit Heimstudio, der dann zufällig noch den Sound von Heaven Shall Burn auf der Platte hat. Underground ist nunmal Underground. Und das ist auch gut so. Gemeinhin muss man sagen, hat sich der Sound des SUMS in den letzten Jahren stetig verbessert und die Platte ist ein echter Mehrwert geworden. Trotzdem sollte man nicht zuviel davon erwarten.
Im Weiteren gewann ich während des Lesens den Eindruck, der Schreiber ist ein wenig festgefahren in der Death- und Blackmetal-Schiene und den 80er Jahren. Will ihm keiner nehmen, aber es entstehen kaum qualifizierte Reviews über Sampler, die von Progressive-Rock bis Blackmetal reichen, wenn der Schreiber sich dem nicht öffnet.
Letzten Endes bleibt zu sagen: Klar, man sollte ehrlich sein und seine Meinung klar vertreten. Andererseits darf man gerade bei Underground Samplern nicht vergessen, woher sie kommen und was sie repräsentieren: Den Underground. Gerade im Saarland ist das eine vielschichtige Masse an Musikern und Bands, die sich zum Glück jedes Jahr wieder auf dem SUMS vereinen. Bands wie Joker’s Drive, Heralder und Icon, die seit Jahren dabei sind und damit auch deutlich machen, wo sie herkommen (nämlich aus dem besten Bundesland der Welt ;) ), geben dem Sampler ihre Stimme und ihren Sound und damit seine Identität als regionales Kulturgut, das zumindest für mich in der Szene nicht mehr wegzudenken ist. Jemand, der nicht hier lebt und in der Szene nicht beheimatet ist, kann das nicht verstehen, ist dem vielleicht auch einfach über. Was zählt ist, dass wir das gute Stück zu schätzen wissen und dass er auch jedes Jahr brav erscheint.
Auch wenn das nun ein Pamphlet zum Pamphlet war, muss es doch mal gesagt werden. Letzten Endes auch für die Bands auf dem Sampler ein Aufruf, Instanzen wie metal.de nicht zu ernst zu nehmen. Nur ein bisschen ;)
Die besten Worte zur Beschreibung des Reviews liefert der Autor selbst. Für mich, ganz klar:
Verzichtbar



















